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• 1950-2000
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Artikel zum 50-jährigen Jubiläum des Köpenicker Zupforchesters im Jahr 2000

Genugtuung und Freude über die in Jahrzehnten geleistete engagierte künstlerische Arbeit und Stolz auf das Erreichte bewegt wohl alle Mitglieder des Köpenicker Zupforchesters und natürlich auch den langjährigen Leiter Walter Neugebauer angesichts des 50-jährigen Jubiläums ihres Klangkörpers.
Insgesamt 275 Konzerte und Veranstaltungen vor fast 40.000 Zuhörern, zahlreiche Auszeichnungen und Wettbewerbserfolge, Gastspiele in Polen, Rumänien, in der ehemaligen CSSR, in Ungarn, Spanien und Schweden sowie eine LP und drei CD's dokumentieren seit 1967 den Leistungsstand des Orchesters.
Das
Köpenicker Zupforchester wurde am 1. April 1950 unter dem Namen "Mandolinen-Orchester Köpenick" gegründet. Die Leitung lag in den Händen von Fritz Fickler bis zu seinem Tode im Jahre 1967. Damals umfaßte das Repertoire Werke der Folklore und der unterhaltenden Romantik. Eine Orchesterchronik dieser Jahre gab es noch nicht.
Eine neue Ära begann für den Klangkörper, als Walter Neugebauer, damals stellvertretender Direktor der Musikschule Köpenick, am 1. September 1967 die Leitung als Dirigent übernahm.
Bis 1992 war das Orchester dem "Kulturpark Schloßinsel" bzw. dem "Club 17" in Köpenick angeschlossen. Ab 1. September 1993 wurde es der Musikschule angegliedert und gleichzeitig der Name in "Köpenicker Zupforchester" geändert.
Neben der Pflege des klassischen Erbes widmet sich das Orchester jetzt verstärkt dem zeitgenössischen Schaffen. Eine Vielfalt von Werken wurden ur- bzw. erstaufgeführt, u. a. von Kurt Schwaen, Antonius Streichardt, Gunter Erdmann, Gerhard Rosenfeld, Theodor Hlouschek, Martin Rätz, Christine Boll, Karl Daibenzeiher...
Die reine Zupforchesterbesetzung - Mandoline, Mandola, Gitarre und Baß - wird durch Solisten verschiedener Instrumente sowie durch Sänger bereichert. Auch ein Holzbläserquartett - Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott - dient gelegentlich der Farbigkeit der Programme. Die "Köpenicker Suite" von Christine Boll wurde für diese Besetzung geschrieben und 1973 aus Anlaß der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin uraufgeführt.
Walter Neugebauer festigte das Zupforchester durch seine zielstrebige, kompetente Arbeit und entwickelte es zu einem leistungsstarken Klangkörper, das in der ehemaligen DDR vier Mal den Titel "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" erhielt und mit der Medaille "Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv" geehrt wurde.
Dank der Zusammenarbeit mit der Musikschule Köpenick konnten Schüler und Absolventen dieser Einrichtung gewonnen werden. Dies führte folgerichtig zu einer neuen Qualität des Musizierens. Über 100 Absolventen der Musikschule Köpenick, von denen 75 von Walter Neugebauer ausgebildet wurden, haben im Lauf der Jahre im Orchester mitgespielt. Ein großer Teil von ihnen mußte dann wegen Studium oder Beruf Berlin leider verlassen. So wirken z. Zt. 13 Absolventen im Zupforchester mit. Drei ehemalige Schüler, die von Walter Neugebauer an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin zum Staatsexamen geführt wurden, spielen im Orchester und sind gleichzeitig an verschiedenen Musikschulen Berlins tätig. Konzertmeisterin Claudia Freier unterrichtet an der Köpenicker Musikschule, Thekla und Ingo Kroll sind an anderen Musikschulen beschäftigt. Ute Franzke, ebenfalls Studentin von Walter Neugebauer, hat ihr Staatsexamen an der Humboldt-Universität zu Berlin abgelegt und steht dem Orchester auch zur Verfügung.
Heute werden auch Werke mit hohem Schwierigkeitsgrad vom Köpenicker Zupforchester souverän gemeistert. Walter Neugebauer, ein weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannter und anerkannter Spezialist der Zupfmusik, fordert professionelle Leistungen und fördert damit den Ehrgeiz und die Hingabe seiner Musiker.
Bisher haben zwei Mitglieder des Köpenicker Zupforchesters die BDZ (Bund Deutscher Zupfmusiker) - Ehrennadel in Gold und 11 Mitglieder die BDZ-Ehrennadel in Silber erhalten.

Livia Börner